0,5:0 - Ergebnisse

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Rudi Hirr
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0,5:0 - Ergebnisse

Beitrag von Rudi Hirr » 15.05.2009, 20:59

Nach den neuen FIDE-Regeln sind auch in Deutschland 0,5:0 - Ergebnisse möglich ( Handyregel). Ich habe mal in einem Forum gelesen, das einige Auswerteprogramme ( wohl auch DWZ-Auswertungen ) solche Ergebnisse nicht akzeptieren. Wie ist der aktuelle Stand?

Georg Heinze
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Beitrag von Georg Heinze » 15.05.2009, 21:49

Für die Gültigkeit eines solchen Ergebnisses ist nicht maßgeblich, ob ein Auswertungsprogramm dies verarbeitet oder nicht. Mit anderen Worten. nicht das Auswertungsprogramm ist für die Punktvergabe maßgeblich, sondern einzig und allein der gegebene Sachverhalt bzw. die Entscheidung des SR.
Mittlerweile sollte es aber soweit sein, dass auch die DWZ-Auswertungsprogramme die genannten Ergebnisse verarbeiten können.

Eckart
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Beitrag von Eckart » 15.05.2009, 22:08

Dann muss man halt - wie in der guten, alten Zeit - ein Turnier "per Hand" auswerten!

hoppepit
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Beitrag von hoppepit » 15.05.2009, 23:10

Ich bin mir da nicht ganz sicher. Aber kann es sein, daß nicht die Auswerteprogramme selbst sondern die Auswerter diese "Sonderergebnisse" nicht mögen?!
Eventuell werden diese Ergebnisse ähnlich wie kampflose Partien behandelt?
Wie sieht es denn aus, wenn eine sportlich beendete Partie (Ergebnis 1 : 0) später vom zuständigen Turnierleiter z.B. wegen einer fehlerhaften Mannschaftsaufstellung in ein 0 : 1 umgewandelt wird?! Welches Ergebnis wird dann zur Auswertung eingereicht?
Gruß, Peter

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Beitrag von Stingray » 16.05.2009, 00:15

  1. Diese Ergebnisse sind nichts Neues. Die waren auch bisher prinzipiell durch Strafen möglich. Und ja, das Standardauswertungsprogramm hat AFAIK immer noch Probleme damit, so dass der DWZ-Auswerter da ziemlich herumtricksen muss. (Man kriegt's, soweit ich gehört habe, wohl hin, aber nur mit ein wenig Voodoo. Vielleicht könnte ein erfahrener Auswerter dazu was sagen?)
  2. hoppepit hat geschrieben:Wie sieht es denn aus, wenn eine sportlich beendete Partie (Ergebnis 1 : 0) später vom zuständigen Turnierleiter z.B. wegen einer fehlerhaften Mannschaftsaufstellung in ein 0 : 1 umgewandelt wird?! Welches Ergebnis wird dann zur Auswertung eingereicht?
    Zur Auswertung wird stets das "sportliche" Ergebnis herangezogen. Aber: Wird einem Spieler aufgrund eines eigenen Fehlverhaltens durch den Schiedsrichter ein Teil seiner Punkte abgezogen, so ist das so erzielte Resultat das "sportliche" Ergebnis. Nebenbei ergibt eine fehlerhafte Mannschaftsaufstellung keine Änderung von 1:0 in 0:1, sondern allenfalls in -:+.

hoppepit
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Beitrag von hoppepit » 16.05.2009, 07:50

Stingray hat geschrieben:Zur Auswertung wird stets das "sportliche" Ergebnis herangezogen. Aber: Wird einem Spieler aufgrund eines eigenen Fehlverhaltens durch den Schiedsrichter ein Teil seiner Punkte abgezogen, so ist das so erzielte Resultat das "sportliche" Ergebnis. Nebenbei ergibt eine fehlerhafte Mannschaftsaufstellung keine Änderung von 1:0 in 0:1, sondern allenfalls in -:+.
Hallo Raimund,
ja, das mit dem -:+ ist schon klar, soweit hatte ich beim Schreiben nicht gedacht!

Jetzt weiß ich auch, warum die Spielleiter in unserem Bezirk immer einen "dicken Hals" bekommen, wenn sowas vorfällt.
Die müssen dann wohl eine "doppelte Buchführung" im Swiss-Chess machen. Einmal für die bezirksinternen Ergebnisse. Und dann nochmal für die DWZ-Auswertung.
Gruß, Peter

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Georg Heinze
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Beitrag von Georg Heinze » 16.05.2009, 09:40

So schwierig ist die Sache doch nicht!
In meiner jahrzehntelangen Praxis habe ich noch nie ernsthafte Probleme gehabt.
Man muss nur immer auseinanderhalten, ob es um die DWZ-Auswertung geht oder um den Turnierstand bzw. das Mannschaftsergebnis.
Wie Stingray bereits schrieb, zählt ein erzieltes Ergebnis für die DWZ-Auswertung, aber für das Mannschaftsergebnis eben nicht, wenn der Einsatz unberechtigt war.
Natürlich gibt es auch etwas kompliziertere Situationen. Z.B. hatten wir schon die Diskussion, ab wann eine Partie begonnen wurde. Wurde sie begonnen, gibt es immer ein Ergebnis die die DWZ-Auswertung UND für das Turnierergebnis. Wurde sie noch nicht begonnen, kann sie auch nicht für die DWZ-Auswertung berücksichtigt werden.
Ähnlich ist es mit Situationen, die NACHTRÄGLICH zu einer Veränderung des Spielergebnisses führen. Ein ordnungsgemäß zustande gekommenes Spielergebnis wird auch DWZ-gewertet, unabhängig davon, wie eine nachträgliche Puntaberkennung erfolgt.
Es gibt eine Wertungsordnung, die für fast alle Fälle eine Aussage enthält.
Übrigens: Swiss-Chess ist ein Turnierverwaltungsprogramm und nur für eine inoffizielle DWZ-Auswertung gedacht. Es wird also immer das für den Turnierstand maßgebliche Ergebnis berücksichtigt, also z.B. + : - bei Einsatz eines unberechtigten Spielers und nicht etwa 0 : 1 des gespielten Ergebnisses. Für die Übermittlung der Ergebnisse für die DWZ-Auswertung müssen entsprechende Hinweise erfolgen.

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