Notation der Züge

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Alexander
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Notation der Züge

Beitrag von Alexander » 31.03.2011, 01:41

Bei einem Mannschaftskampf mit Fischer Kurz (beide sind in Zeitnot) kommt ein Spieler durch hochgradige Zeitnot (10 Sekunden) teilweise nicht mehr zum mitschreiben. Macht ein eingreifen die Schachpartie kaputt? Handelt der Schiedsrichter durchs eingreifen noch im besten Interresse des Wettkampfes?
Paragraf 13.1: Der Schiedsrichter achtet auf striktes Einhalten der Schachregeln.
Paragraf 13.2: Der Schiedsrichter handelt im besten Interresse des Wettkampfes. Er soll dafür sorgen, dass durchgehend gute Spielbedingungen herrschen und dass die Spieler nicht gestört werden.
Am Ende fehlten in der Notation so ca. 14 Züge!

Wie würdet ihr handeln?
Ich habe bei meinem 7. Einsatz in dieser Saison genau so einen Fall gehabt, wo einer teilweise nicht mehr mitgeschrieben hat.

Gruß
Alexander

hoppepit
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Re: Notation der Züge

Beitrag von hoppepit » 31.03.2011, 03:29

8.1 Im Laufe der Partie ist jeder Spieler verpflichtet, seine eigenen Züge und die seines
Gegners auf korrekte Weise aufzuzeichnen, Zug für Zug, so klar und lesbar wie
möglich, in algebraischer Notation (Anhang C), auf dem für das Turnier
vorgeschriebenen "Partieformular". ...

8.4 Wenn ein Spieler in einer Zeitperiode zu irgendeinem Zeitpunkt weniger als fünf
Minuten Restbedenkzeit hat und er nicht für jeden Zug 30 Sekunden oder mehr
hinzugefügt bekommt
,
ist er während der Dauer dieser Zeitperiode nicht verpflichtet,
die Anforderungen von Artikel 8.1 zu erfüllen. ...
Klar muß der SR eingreifen, da bei Fischer kurz immer Notationspflicht besteht.
Als RSR solltest Du das aber wissen!
Gruß, Peter

Unterlagen für Schiedsrichter und Turnierorganisation:
https://www.schachschiri.de
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Georg Heinze
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Re: Notation der Züge

Beitrag von Georg Heinze » 31.03.2011, 09:37

An sich hat hoppepit alles gesagt.
Man kann es auch so sehen: Ein SR handelt im besten Interesse des Wettkampfes, wenn er auf striktes Einhalten der Schachregeln achtet.
Während der Partie besteht Notationspflicht. Ausnahmen sind unter 8.4. geregelt.
Wenn sich ein Spieler dieser Pflicht entzieht, verschafft er sich einen ungerechtfertigten zeitlichen Vorteil.
Die unter 13.2. formulierten äußeren Bedingungen beziehen sich doch nicht darauf, dass der SR bei Missachtung der Regeln nicht eingreifen darf, nur weil sich ein Spieler dadurch "gestört" fühlen könnte!

Alexander
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Re: Notation der Züge

Beitrag von Alexander » 31.03.2011, 12:29

Zitat von Hoppepit:
Klar muß der SR eingreifen, da bei Fischer kurz immer Notationspflicht besteht.
Als RSR solltest Du das aber wissen!
Ich weiß es auch.

Ich habe gewusst dass ich eingreifen muss, es aber nicht getan?
Als ich eingreifen wollte, hat zu mir einer gesagt: ("Die fehlenden Züge können sie nach der Partie notieren")
:cry: :evil: :?
Danke für eure Antworten.

dfuchs
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Re: Notation der Züge

Beitrag von dfuchs » 31.03.2011, 16:57

Das schwierige am Job des Schiedsrichter ist es nicht, die Regeln zu kennen oder zu interpretieren. Das schwierige ist die Situationen zu erkennen, in denen ein Regelverstoß vorliegt, dann unter Stress aufzuarbeiten, was passiert ist. Die passende Lösung im Kopf (oder mit der Unterstützung des Regelwerks) abzurufen, eine angemessene Entscheidung zu treffen und gleichzeitig die Spieler und die Situation zu beruhigen.

Die Regeln zu lernen und zu verstehen fällt noch relativen vielen leicht, aber wirklich Schiedsrichter zu sein, dass fällt vielen eher schwer.

Es ist richtig, dass du über diesen Fall nachdenkst und ich bin sicher, dass du es das nächste mal besser machen wirst.

Grüße Daniel

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