Forum der Schiedsrichterkommission

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 Betreff des Beitrags: elektronische Kommunikationsmittel
BeitragVerfasst: 25.06.2012, 09:37 
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Zitat:
Artikel 12.3: Ohne Genehmigung des Schiedsrichters ist es dem Spieler untersagt, in das
Turnierareal ein Mobiltelefon oder andere elektronische Kommunikationsmittel
mitzubringen, sofern diese nicht vollkommen ausgeschaltet sind. Wenn ein
derartiges Gerät ein Geräusch verursacht, verliert der Spieler die Partie. Der
Gegner gewinnt. Falls der Gegner allerdings die Partie nicht mit einer beliebigen
Folge von regelgemäßen Zügen gewinnen kann, ist sein Ergebnis remis.


Hier steht, dass ein Spieler die Schachpartie verliert, wenn ein derartiges Gerät ein Geräusch verursacht.
Zum Beispiel ein Handy oder ein anderes elektronisches Kommunikationsmittel.
Was gilt alles als elektronisches Kommunikationsmittel? Gilt ein normales Telefon als elektronisches Kommunikationsmittel? Manche haben eine Uhr die bei jeder vollen oder halben Stunde einen Piepton von sich geben (Artikel 12.6). Irgendwie lästig sowas.
Spiele ich bei mir zu Hause eine offizielle Turnierpartie und es klingelt das (normale) Telefon, dann habe ich doch normalerweise verloren oder?

Ich habe gegebenfalls vor, bei mir privat zu Hause eine offizielle Schachturnierpartie zu spielen.


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BeitragVerfasst: 25.06.2012, 16:55 
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Das normale Haustelefon ist definitiv ein elektronisches Kommunikationsmittel (OK, die alten Teile mit Wählscheibe sind streng genommen ein elektirisches Kommunikationsmittel :) ). Eine Armbanduhr... ich würde sagen prinzipiell nein. Ein Kommunikationsmittel ist nach meiner Meinung ein Gerät oder Gegenstand, welches auf meine oder auf die Anfrage eines anderen Hin aktiv wird und Informationen bereitstellt. Die Uhr macht dies ohne eine Aktion von mir. Dennoch nervt auch mich das Gepiepe der Armbanduhren und wenn ich jemanden "erwische" bitte ich ihn das gepiepe abzustellen. Ich habe auch schon drei Spielern dabei geholfen, wie das geht. Die wissen das nämlich teilweise nicht und sind selbst genervt. Ergo bei einer Armbanduhr würde ich nicht direkt nullen, beim Haustelefon würe ich es in Erwägung ziehen, da man dies prinzipiell auch lautlos stellen kann. Ich hatte aber den Fall noch nie.

Grüße Daniel


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BeitragVerfasst: 25.06.2012, 18:34 
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dfuchs hat geschrieben:
Das normale Haustelefon ist definitiv ein elektronisches Kommunikationsmittel (OK, die alten Teile mit Wählscheibe sind streng genommen ein elektirisches Kommunikationsmittel :) ). Eine Armbanduhr... ich würde sagen prinzipiell nein. Ein Kommunikationsmittel ist nach meiner Meinung ein Gerät oder Gegenstand, welches auf meine oder auf die Anfrage eines anderen Hin aktiv wird und Informationen bereitstellt. Die Uhr macht dies ohne eine Aktion von mir. Dennoch nervt auch mich das Gepiepe der Armbanduhren und wenn ich jemanden "erwische" bitte ich ihn das gepiepe abzustellen. Ich habe auch schon drei Spielern dabei geholfen, wie das geht. Die wissen das nämlich teilweise nicht und sind selbst genervt. Ergo bei einer Armbanduhr würde ich nicht direkt nullen, beim Haustelefon würe ich es in Erwägung ziehen, da man dies prinzipiell auch lautlos stellen kann. Ich hatte aber den Fall noch nie.
Grüße Daniel


Ich musste bei der Armbanduhr an die Serie Knight Rider mit David Hasselhoff denken, der immer über seine Armbanduhr mit KITT kommuniziert.


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BeitragVerfasst: 25.06.2012, 18:35 
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Was die Armbanduhr angeht, sehe ich das genauso wie Daniel.
Habe auch schon diversen Schachfreunden die Teile auf lautlos "umprogammiert".

Was das feste Telefon anbelangt, sehe ich die Sache etwas entspannter.
In unserem Schachheim steht auch ein Festnetztelefon, befindet sich im Spielbereich.
So hat ein Spieler die Möglichkeit, Bescheid zu geben, falls es später wird.
Bisher hat sich noch niemand beschwert, als dieses während eines Kampfes (leise) geläutet hat.

Streng nach Regelwerk wird man dieses Telefon auch keinem einzelnen Spieler zuordnen können und ihn so bestrafen, dann müsste man die ganze Heimmannschaft nullen?!
Bei einer Einzelpartie zu Hause kann man das durchaus anders sehen, halte ich persönlich aber für überzogen.

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Gruß, Peter

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BeitragVerfasst: 26.06.2012, 20:58 
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Hallo hoppepit,

ich persönlich sehe die Sache auch entspannt, aber nach den Regeln ist es ein elektronisches Kommunikationsmittel. Also ich als Spieler würde da absolut nichts dagegen haben und ich war auch noch nie in einem Privathaushalt Schiedsrichter, oder habe gehört, dass es überhaupt einen Schiedsrichter in einem Privathaushalt gibt. Also nach dem Wortlaut der Regeln ist es wohl verloren, bleibe aber einfach dabei, dass es zu diesem Fall wohl keinen Schiedsrichter geben dürfte.

Grüße Daniel

P.S. Was das Vereinsheimtelefon angeht, das gehört wohl keinem Spieler, also kann auch kein Spieler dafür verantwortlich gemacht werden. Ist wie wenn das Handy des Wirts im Spiellokal klingelt. Da droht der Heimmannschaft auch nix und was das Rauswerfen angeht wünsch ich viel Glück.

P.P.S. OT: Hast du den aktuellen BL Spielplan schon gesehen *freu*.


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BeitragVerfasst: 01.07.2012, 09:52 
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Die FIDE musste etwas unternehmen, um das lästige Handyklingeln zu unterbinden, zumal es auch noch Fälle von Betrug gab.
So hat man den Art. 12.3 geschaffen.
So weit - so gut.
Als völlig übertrieben und dem eigentlichen Anliegen zuwider laufend, finde ich allerdings Überspitzungen.
Es soll ja welche geben, die förmlich darauf aus sind, eine verlorene Partie vielleicht noch zu retten, indem ein elektronisches Gerät einen "Piepser" von sich gibt.
Fälle von Betrug kann man in den allermeisten Fällen ausschließen, auch wenn es da immer wieder mal Vorkommnisse (Natsidis) gibt.
Was nun die Störgeräusche anbelangt, da gibt es weitaus Schlimmeres, als ein Handy-Piepserchen. Was will man z.B. gegen einen andauernden "Raucherhusten" machen?
Interessant die Ausführungen zum Festnetztelefon, was z.B. in einer Gaststätte (im Spielbereich) steht. Wenn dieses klingelt, stört es natürlich. Es ist aber keinem Spieler zuzuordnen, da es zur Gaststätte gehört. Folglich: Klingeln ja - Punktabspruch nein. Sinngemäß würde das auch für ein "Gaststätten-Handy" gelten. Was wäre aber nun mit einem "Vereins-Handy" oder einem Handy, welches der Gaststätte gehört, aber gleichzeitig das Handy eines Spielers ist? Die FIDE.Regeln sind natürlich nicht für solche Konstrukte gemacht und es ist manchmal einfach nur das "Fingerspitzengefühl" des SR gefragt. So sehe ich es auch für die hier aufgeworfenen Fragen.


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BeitragVerfasst: 01.07.2012, 10:02 
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dfuchs hat geschrieben:
P.P.S. OT: Hast du den aktuellen BL Spielplan schon gesehen *freu*.

Ja, freut mich auch für Dich!!
1. BL ist für mich aufgrund dem Wegfall von Remagen als Spielort entfernungstechnisch schlecht, schade!
Dafür habe ich aber drei Einsätze in der 2. BL West bekommen.

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Gruß, Peter

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BeitragVerfasst: 12.07.2012, 23:26 
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Georg Heinze hat geschrieben:
Die FIDE.Regeln sind natürlich nicht für solche Konstrukte gemacht und es ist manchmal einfach nur das "Fingerspitzengefühl" des SR gefragt. So sehe ich es auch für die hier aufgeworfenen Fragen.


Ich hätte noch eine solche Frage, von denen die Phantasie eine unbegrenzte Zahl bereithält. Sie wurde neulich in einer Sitzung aufgeworfen und fast gleichzeitig wieder verworfen. Die Frage war: Was muss ich als hörschwacher Spieler mit meinem Hörgerät während der Partie machen? Ein solches Gerät ist nun mal notwendigerweise ein Kommunikationsmittel und als solches nach den FIDE-Regeln verboten. Habe ich bei Antritt der Partie mit eingeschaltetem Hörgerät sofort verloren und wenn ja, mit welchem Ergebnis? (0:1 oder -:+) 8)
Ich weiß nicht wieviele hörschwache Schachspieler mit einem solchen Hilfsmittel landauf landab spielen. Aber bis jetzt habe ich noch von keinem Fall gehört, bei dem es irgendwelche Schwierigkeiten gab.

Wahrscheinlich haben die Trickbetrüger unter dieser Gruppe alle erfolgreich verheimlichen können, dass sie Fritz & Co im Ohr haben. Nur leider hat es von diesen noch keiner zu Meisterehren gebracht :shock: - oder dauerhaft 100 oder fast 100 Prozent-Ergebnisse bei Mannschaftskämpfen oder anderen Turnieren eingefahren - warum nur? :?: :D :D

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BeitragVerfasst: 12.07.2012, 23:56 
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Chlodwig hat geschrieben:
Ich weiß nicht wieviele hörschwache Schachspieler mit einem solchen Hilfsmittel landauf landab spielen. Aber bis jetzt habe ich noch von keinem Fall gehört, bei dem es irgendwelche Schwierigkeiten gab.

Kann man als SR wohl kaum verbieten bzw. die Partie nullen!
Ich kenne den ein oder anderen Spieler, der eins trägt. Gab noch nie Schwierigkeiten.
Es gibt sogar Spieler, die das Teil vor Spielbeginn ausziehen um sich abzuschotten.

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BeitragVerfasst: 13.07.2012, 13:38 
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Wie gesagt, FIDE-Regel ist das eine, sportliche Fairnes bzw. das Fingerspitzengefühl des SR ist das andere.


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BeitragVerfasst: 13.07.2012, 14:25 
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Sorry, ich habe gerade ein Problem, wo bitte ist ein Hörgerät ein elektronisches Kommunikationsmittel?
Kann ich mit dem Gerät kommunizieren?

Ein Hörgerät ist vergleichbar mit einer Lautsprecheranlage im Turniersaal und natürlich prinzipiell nicht verboten.
Es sei denn es stört aufgrund von Rückkopplungspiepsen als Beispiel.

Nochmal, nicht alles was einen Ton macht und mit Strom läuft ist gleichzeitg ein elektronisches Kommunikationsmittel.

Grüße Daniel


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BeitragVerfasst: 13.07.2012, 18:51 
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Die Feststellung von dfuchs ist insoweit interessant, weil es offensichtlich keine Aufstellung gibt, was alles darunter fällt.
Zitat:
Kann ich mit dem Gerät kommunizieren?

M.M. ist es nicht von Bedeutung, ob ich mit dem Gerät kommunizieren kann, sondern mit Hilfe des Gerätes. Ich denke, das hat dfuchs auch gemeint.
Es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, dann kann ich auch mit einer Tachen- oder Armbanduhr Funktionen ausüben, die eine Kommunikation zulassen.


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BeitragVerfasst: 17.07.2012, 10:09 
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dfuchs hat geschrieben:
Sorry, ich habe gerade ein Problem, wo bitte ist ein Hörgerät ein elektronisches Kommunikationsmittel?
Kann ich mit dem Gerät kommunizieren?l


Offensichtlich ist es notwendig, auch noch zu klären, was genau ein Kommunikationsmittel ist. Das Hören ist Teil der Kommunikation, da von diesem Hören eine Antwort abhängig ist bzw. sein kann. In aller Regel haben Menschen mit einem solchen Hörgerät wieder andere Menschen als Kommunikationspartner. Das ist bei einem Lautsprecher nicht der Fall. Oder doch, wenn man als hörschwacher Schachfreund bei einer Großdemo zur Einführung des Schachs als Volkssport Nr. 1 vor Fußball teilnimmt und dort über Lautsprecher die entsprechenden Argumente unters Volk gebracht werden.

Also man könnte derlei noch viel weiter spinnen - wer die Zeit hat, bitteschön!

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BeitragVerfasst: 17.07.2012, 12:50 
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Der Gag ist, dass ich Elektrotechnik studiert habe und im Grundstudium war da Nachrichten- und Kommunikationstechnik dabei. Kommunikation ist immer etwas bidirektionales. Ergo fällt da ein Hörgerät nicht drunter, auch keine Lautsprecheranlage oder eine Signalleuchte. Erst wenn eine bewusste Steuerung dazu kommt, wird es zur Kommunikation.
Ins Telefon rede ich rein und es kommt etwas raus.
In den Laptop gebe ich einen Befehl ein und bekomme eine Information raus.
Ein Hörgerät ist nur ein Verstärker und damit kein Kommunikationsmittel.

Eine Brille, die die Umgebung aufnimmt, ist kein Kommunikationsgerät.
Ein Stöpsel im Ohr, der Züge ansagen kann auch noch nicht.
Verknüpft man aber beides, dass aus dem visuellen Input ein auditiver Output wird, dann haben wir eine Kommunikation.

Übrigens: Ein Blutzuckermessgerät ist ein elektronisches Kommunikationsmittel. Ich gebe etwas rein -mein Blut- und bekomme eine Information raus -der Blutzuckerspiegel.
Ein Blutzuckermessgerät erlaube ich aber immer.

Grüße Daniel


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BeitragVerfasst: 17.07.2012, 18:40 
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dfuchs hat geschrieben:
Der Gag ist, dass ich Elektrotechnik studiert habe und im Grundstudium war da Nachrichten- und Kommunikationstechnik dabei.


Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, Elektrotechnik studiert zu haben, um verstehen zu können, was Kommunikation ist bzw. was es ausmacht. Das Hören gehört durchaus dazu. Du bist elektrotechnisch anderer Meinung und ehrlich gesagt ist mir diese Art der Erklärung zu einseitig.

Aber bitte, jedem das Seine. Die FIDE wird aller Voraussicht nach im kommenden Jahr am Rande der Schacholympiade keine solche elektronisch angehauchten Debatten führen und auch nicht irgendwelche Kommunikationsdefinitionen in die FIDE-Regeln aufnehmen. Sie wird es hoffentlich bei einigen wenigen, mäßigen Änderungen oder vielleicht auch mal gar keinen belassen, denn die Spielregeln sind schon ziemlich gut so!

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