Forum der Schiedsrichterkommission

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BeitragVerfasst: 31.08.2016, 09:16 
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Gut finde ich, dass jetzt das beidhändige Ziehen (Rochade, Schlagen von Figuren) explizit sanktioniert werden soll. Allerdings frage ich mich, ob es eine so große Bestrafung ist, wenn der Gegner zwei Minuten dazu bekommt. Intention des Spielers, der mit beiden Händen zieht, ist ja, eigene Zeit zu sparen. Somit wäre ein Zeitabzug von einer Minute sinnvoller.

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BeitragVerfasst: 31.08.2016, 09:26 
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Zum Glück kommen irreguläre Züge auf höherer Ebene nicht so oft vor bzw. werden wohl innerhalb von zehn Zügen noch entdeckt. Ansonsten bekommt man bei der Partieerfassung ein Problem bzw. kann nur bis zur letzten regulären Stellung erfassen. Offenbar kam es wohl öfter vor, dass ein Spieler einen irregulären Zug zwar bemerkte, ihn aber erst meldete, wenn er kurz vor der Aufgabe stand, weil ja dann alles zurück gerollt werden musste.

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BeitragVerfasst: 31.08.2016, 13:06 
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thomas.soergel hat geschrieben:
Gut finde ich, dass jetzt das beidhändige Ziehen (Rochade, Schlagen von Figuren) explizit sanktioniert werden soll. Allerdings frage ich mich, ob es eine so große Bestrafung ist, wenn der Gegner zwei Minuten dazu bekommt. Intention des Spielers, der mit beiden Händen zieht, ist ja, eigene Zeit zu sparen. Somit wäre ein Zeitabzug von einer Minute sinnvoller.

Zeitgutschrift für den Gegner kann durchaus als Strafe empfunden werden, z. B. bei einer Blitzpartie. Hier ein nicht gänzlich unbekanntes Beispiel, das jedoch nicht geahndet wurde:
https://www.youtube.com/watch?v=__UeCLBF-zQ


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BeitragVerfasst: 01.09.2016, 14:35 
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thomas.soergel hat geschrieben:
Das mit dem Zurückdrücken der Uhr bei Blitzpartien führt halt dann zu Ärger, wenn mit Fischermodus geblitzt wird. Daher muss man halt die Spieler dazu erziehen, die Uhren anzuhalten.
Sicher, aber ein 'Zurückdrücken der Uhr' findet doch in gefühlten 99% der Fälle deshalb statt, weil im Falle des 7.4 (vom Gegner verschobene oder umgeworfene Figuren) ein Spieler sein Recht auf Anhalten der Uhr überinterpretiert.

Und wenn man genau diesen Artikel 7.4 von der Regelung (im Blitz- und Schnellschach Partieverlust, ansonsten ein 'Freischuß') ausklammert, macht das Ganze weniger als keinen Sinn.


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BeitragVerfasst: 01.09.2016, 16:29 
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Ich hatte als SR mal den Fall, dass ein Spieler am Zug in hochgradiger Zeitnot des Gegners die Uhr in die Hand nahm, um die Zeit besser ablesen zu können (er war schon relativ alt)
und beim wiederabstellen der Uhr, diese mit dem Handballen versehentlich (?) betätigt hat, sodass die Zeit des Gegners lief.

Außerdem hört man auch von Fällen beim Blitzschach, dass aus Verzweiflung ohne Zug die Uhr gedrückt wurde, nur damit entweder die eigene Zeit nicht fällt, oder die des Gegners zuvor noch fällt.
In diesen Fällen ist Artikel 7.8 zu Recht uneingeschränkt anwendbar!!

Ich denke, der Artikel geht in die richtige Richtung. Die nächste Stufe ist halt, dass die Ausnahme 7.4 gestrichen wird.

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Jörg

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BeitragVerfasst: 02.09.2016, 11:13 
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JoergWeisbrod hat geschrieben:
Ich hatte als SR mal den Fall, dass ein Spieler am Zug in hochgradiger Zeitnot des Gegners die Uhr in die Hand nahm, um die Zeit besser ablesen zu können (er war schon relativ alt)
und beim wiederabstellen der Uhr, diese mit dem Handballen versehentlich (?) betätigt hat, sodass die Zeit des Gegners lief.

Außerdem hört man auch von Fällen beim Blitzschach, dass aus Verzweiflung ohne Zug die Uhr gedrückt wurde, nur damit entweder die eigene Zeit nicht fällt, oder die des Gegners zuvor noch fällt.
In diesen Fällen ist Artikel 7.8 zu Recht uneingeschränkt anwendbar!!

Ich denke, der Artikel geht in die richtige Richtung. Die nächste Stufe ist halt, dass die Ausnahme 7.4 gestrichen wird.
Ich habe mir den Entwurf 7.8 nochmal angesehen.

Entgegen meiner/unserer bisherigen Auffassung denke ich nun (bzw. bin mir dessen eigentlich sicher), dass die Ausnahme 7.4 nicht für den 'Gegendrücker' (Stell' gefälligst erstmal die Figuren auf!) gelten soll, sondern für den 'Figurenumwerfer' (nach Drücken der Uhr sind eine oder mehrere Figuren 'displaced' und möglicherweise - je nach konkreter Situation und Interpretation - kein Zug ausgeführt).

Zumindest wäre die Sache dann einigermaßen in sich schlüssig.


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BeitragVerfasst: 28.09.2016, 17:52 
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JoergWeisbrod hat geschrieben:
Außerdem hört man auch von Fällen beim Blitzschach, dass aus Verzweiflung ohne Zug die Uhr gedrückt wurde, nur damit entweder die eigene Zeit nicht fällt, oder die des Gegners zuvor noch fällt.


Auf Hörensagen würde ich nichts geben - Fakten sind da eindeutig zuverlässiger!


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BeitragVerfasst: 29.09.2016, 11:33 
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stalemate hat geschrieben:
JoergWeisbrod hat geschrieben:
Außerdem hört man auch von Fällen beim Blitzschach, dass aus Verzweiflung ohne Zug die Uhr gedrückt wurde, nur damit entweder die eigene Zeit nicht fällt, oder die des Gegners zuvor noch fällt.


Auf Hörensagen würde ich nichts geben - Fakten sind da eindeutig zuverlässiger!


Es ging ja darum, warum der neue 7.8 erfunden wurde.
Aber, wenn Du da Fakten hast, lass uns nicht dumm sterben!

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Jörg

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BeitragVerfasst: 14.11.2016, 13:29 
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Also das was auf der GA in Baku beschlossen wurde ist online. Wahrscheinlich hat aber das PB noch irgendeine Veto Möglichkeit. Aber zumindest haben wir jetzt was, an dem man sich festhalten kann.
http://rules.fide.com/

Grüße Daniel


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BeitragVerfasst: 10.02.2017, 03:48 
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Bis Ende März ist es ja noch ein wenig Zeit, aber mir ist da ein kleines Problem aufgefallen:

Sollte die Begrenzung der Korrektur unmöglicher Stellungen auf 10 Züge verabschiedet werden, wäre es dann (theoretisch) nicht möglich, dass im normalen Turnierschach plötzlich ein Spieler den König seines Gegners schlägt und nach 10 Zügen nur noch 1 König auf dem Brett steht ... und zwar regelkonform?

Dank der engmaschigen Beschreibung von Art. 3.10 FSR gilt das Schlagen des Königs (Art. 1.4.1 FSR) nicht als regelwidriger Zug (weshalb es von der SRK auch den Auslegungshinweis "König-Schlagen" für SS/BS gibt).

Kommt man aber auf die Idee, die enge Definition von Art. 3.10 FSR kann nicht abschließend sein (wegen z. B. dieser elementaren Lücke) und das Schlagen eines Königs gilt als illegaler Zug, wäre eine Korrektur nur innerhalb von 10 Zügen möglich (Art. 7.5.2 FSR).

Zugegeben, dass ist sehr ... sehr ... sehr theoretisch, aber offenbar war es im SS/BS nötig zumindest die Definitionsgrenzen von Art. 3.10 FSR zu umgehen; und dass das oben beschriebene theoretisch möglich ist, kann doch eigentlich nicht sein.


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BeitragVerfasst: 11.02.2017, 14:56 
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Es ist und bleibt aber eine illigale Stellung.

Grüße Daniel


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BeitragVerfasst: 13.02.2017, 21:12 
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Nerowinger hat geschrieben:
Sollte die Begrenzung der Korrektur unmöglicher Stellungen auf 10 Züge verabschiedet werden, wäre es dann (theoretisch) nicht möglich, dass im normalen Turnierschach plötzlich ein Spieler den König seines Gegners schlägt und nach 10 Zügen nur noch 1 König auf dem Brett steht ... und zwar regelkonform?

Dank der engmaschigen Beschreibung von Art. 3.10 FSR gilt das Schlagen des Königs (Art. 1.4.1 FSR) nicht als regelwidriger Zug (weshalb es von der SRK auch den Auslegungshinweis "König-Schlagen" für SS/BS gibt).


Verstehe ich nicht. Königschlagen ist doch immer regelwidrig.


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BeitragVerfasst: 10.04.2017, 10:25 
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Die neuen Regeln sind nun in der englischen Version final da.

http://www.fide.com/component/content/a ... chess.html

Grüße Daniel


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