Forum der Schiedsrichterkommission

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 Betreff des Beitrags: Re: Ziehen mit zwei Händen
BeitragVerfasst: 24.06.2017, 09:33 
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Registriert: 09.11.2007, 18:27
Beiträge: 357
1. Takis hat nur das Webinar gehalten. Die Auslegung kommt von der arbiters commission. Es ist also nicht nur seine Idee.
2. Finde ich diese Regeländerung, wie schon viele vorher auch nicht so toll, aber es ändert nichts aber auch gar nichts daran, dass sie so steht.
3. Sind mir die Konsequenzen durchaus bewusst.
4. Habe ich ehrlich gesagt keine Lust mehr mich mit dir hier im Kreis zu drehen. Die Regeln sind so anzuwenden, schau nach. Wenn's dir nicht gefällt, willkommen im Klub. Wenn du dich nicht dran hältst, dann lass es.

Ja, das war jetzt nicht mehr argumentativ, aber ich möchte etwas, dass ich nicht ändern kann nicht über Wochen hinweg diskutieren.
Ich hatte Informationen, die eben die meisten Schiedsrichter so nicht hatten, weil sie eben nicht dabei waren.
Diese Informationen habe ich geteilt.

Fuchs out.

Grüße Daniel


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 Betreff des Beitrags: Re: Ziehen mit zwei Händen
BeitragVerfasst: 27.06.2017, 15:20 
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Registriert: 01.04.2008, 11:27
Beiträge: 369
Wohnort: 82166 Gräfelfing
Ich sehe schon, man muss in meinem speziellen Fall wohl im Vorwort der FIDE Zuflucht suchen und dem SR seinen gesunden Menschenverstand walten lassen.
Beidhänder wurden bislang deswegen gemacht, um ein paar Zehntel Bedenkzeit einzusparen. In 99,9 % der Fälle werden die Beidhänder sowieso die Uhr drücken und damit kann ohne jede weitere Zweifel eingeschritten werden, beim Schnell- und Blitzschach mit Partieverlust (so der Gegner noch matt setzen kann), bei regulären Partien mit Zeitstrafe von zwei Minuten, so es das erste Mal ist, dass diese Maßnahme zu ergreifen ist.
Ein regelwidriger Zug kann erst nach Drücken der Uhr reklamiert werden. Der Beidhänder wird als regelwidriger Zug angesehen, kann daher m.E. aber auch erst reklamiert werden, wenn die Uhr gedrückt wurde. Insofern schließe ich mich da Peter und Daniel an, sollte der Spieler wirklich die Figuren zurückstellen und den Zug nochmals einhändig ausführen, hat er sich ja schon damit selber bestraft, weil die ganze Aktion ihm deutlich mehr Zeit gekostet hat.
Ganz von der Hand zu weisen ist Werners Argumentation zwar nicht, dass der Beidhänder bereits vor dem Drücken der Uhr abgeschlossen und damit sanktionierbar sein könnte, aber:
Was ist, wenn der Beidhänder auch noch obendrein ein regelwidriger Zug ist und der Spieler dies noch vor dem Drücken der Uhr merkt?
Beispiel: Weiß: Ke1 De2 Schwarz: Kf8, De7, Sb5, Weiß am Zug.
Weiß nimmt mit der linken Hand den Springer auf b5 raus, zieht mit der rechten Hand die Dame nach b5 und bemerkt, dass plötzlich sein König im Schach steht?
Er stellt den Springer wieder auf b5 zurück und führt dann den Zug Dxe7 korrekt mit einer Hand aus.
Nach den Regeln musste er 1. Dxb5 zurücknehmen, den Beidhänder hat es also nie gegeben.
Noch eine persönliche Anmerkung: Ich finde es gut, dass die FIDE endlich gegen die Beidhänder so rigoros vorgeht. Wäre gut, wenn als nächstes die sog. Uhrenklopfer dran kämen, die mit der geschlagenen Figur die Schachuhr drücken.

_________________
1. Spielleiter
Bayerische Schachjugend


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 Betreff des Beitrags: Re: Ziehen mit zwei Händen
BeitragVerfasst: 27.06.2017, 17:37 
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Registriert: 16.02.2008, 11:24
Beiträge: 412
Wohnort: Heimbach-Weis (NR)
thomas.soergel hat geschrieben:
Wäre gut, wenn als nächstes die sog. Uhrenklopfer dran kämen, die mit der geschlagenen Figur die Schachuhr drücken.

Dagegen hast Du ja jetzt schon eine Handhabe.
Zitat:
6.2.4 The players must handle the chessclock properly. It is forbidden to press it forcibly, to pick it up, to press the clock before moving or to knock it over. Improper clock handling shall be penalised in accordance with Article 12.9.

_________________
Gruß, Peter

Unterlagen für Schiedsrichter und Turnierorganisation:
http://www.schachschiri.de
Threema: 9K9JAZ6F


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 Betreff des Beitrags: Re: Ziehen mit zwei Händen
BeitragVerfasst: 28.06.2017, 01:14 
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Registriert: 13.09.2014, 18:18
Beiträge: 76
Das Problem ist, dass der 7.7 in der jetzigen Fassung (d.h. ab Juli) ohne Interpretationshilfe von 'oben' nicht hinreichend zu verstehen ist (ob z.B. die Strafen für 'regelwidriger Zug', 'Beidhänder' und 'Nullzug' kumulieren, d.h. ob man insgesamt nur einen Freischuss hat, war erst nach einer solchen Interpretationshilfe - eher Interpretationsanweisung - zu entscheiden).

Immerhin scheint die FIDE arbiters commission erkannt zu haben, dass - da die FR auch :mrgreen: für den Spieler maßgebend sind und der solche Interpretationsanweisungen nicht kennen wird und schon gar nicht kennen muss - die Malaise so nicht haltbar ist.

Aber anstatt einzusehen, dass es rein willkürlich und auch absurd ist, auf der Suche nach der Formulierung eines Strafmaßes für den 4.1 (Each move must be played with one hand only.) den Art.3 (Die Gangart der Figuren) mitverwursten zu wollen ... drohen nun die ursprünglich noch vorhandenen Hemmungen (shall be considered as) fallengelassen zu werden und man schickt sich an, sich per Ordre de Mufti an dem 'heiligen' Art.3 (3.10.1 ist dann nicht mehr uneingeschränkt gültig) zu vergreifen.

Wobei natürlich nicht der Art.3 an sich 'heilig' ist, sondern die in Art.1 - Art.3 beschriebenen, seit Jahrhunderten tradierten elementaren 'Spielregeln' des Schachs. Und wer diese Spielregeln verbiegt (indem er z.B. dem 3.10.1 seine uneingeschränkte Gültigkeit nimmt), der begründet schlicht eine Schachvariante.
So gesehen (und streng betrachtet) würde mit einer solchen Ordre de Mufti nicht mehr Schach, sondern Takis-Schach (um dem Ding einen Namen zu geben) gespielt, eine Schach-Variante halt, vergleichbar mit Janusschach oder Räuberschach.

Natürlich ist klar, dass im weiteren Fortgang des Regelwerks, Erweiterungen von Artikeln unabdingbar sind (z.B. dann, wenn die Uhr 'neu' ins Spiel kommt). Was aber eine Erweiterung vom absoluten No-Go eines Verbiegens unterscheidet, kann man (lustigerweise) am Beispiel des 'Nullzugs' sehen.

>> Setzt, ohne einen Zug gespielt (played) zu haben, ein am Zuge befindlicher Spieler die Uhr seines Gegners in Gang, ist damit ein regelwidriger Zug gem. 3.10. abgeschlossen. <<

... wäre eine solche Erweiterung.
Da gibt es nichts zu deuteln und keine Fragen. Es wird einfach eine neue 'Art' regelwidriger Zug definiert. Art.3 konnte davon nichts wissen (weil er von der Uhr nichts wusste), aber - entscheidend - er hat diese neue 'Art' regelwidriger Zug nicht ausgeschlossen, d.h. es ensteht kein Widerspruch ... sondern eben eine Erweiterung.

Dass man eine entsprechende Erweiterung des Art.3 (und eben keine Verbiegung inklusive Widerspruch) für einen 'Beidhänder' rein prinzipiell nicht hinbekommt, kann man m.E. nachweisen ... aber ich schreibe hier ja keine Doktorarbeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ziehen mit zwei Händen
BeitragVerfasst: 30.06.2017, 00:43 
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Registriert: 03.11.2007, 12:18
Beiträge: 36
Wohnort: Waldshut-Tiengen (Baden)
dfuchs hat geschrieben:
Der Link zu dem Seminar ist hier: http://arbiters.seminars.fide.com/mod/w ... .php?id=85
Man braucht allerdings einen entsprechenden Account bei der FIDE.

Und man muss den Kurs besucht/bezahlt haben. Sonst kann man nicht auf die Unterlagen zugreifen. :(

_________________
Stefan Stern
NSR


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 Betreff des Beitrags: Re: Ziehen mit zwei Händen
BeitragVerfasst: 07.07.2017, 15:09 
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Registriert: 09.11.2007, 18:27
Beiträge: 357
Das was ich dargelegt habe ist jetzt auch veröffentlicht und frei zugänglich (wäre ja blöd wenn nicht :) ).
http://arbiters.fide.com/

Grüße Daniel


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