Dreimalige Stellungswiederholung - Luther gegen Sokolov

hoppepit
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Re: Anweisungen

Beitrag von hoppepit » 09.02.2009, 13:35

thomas.soergel hat geschrieben:...hierzu steht unter 9.5, dass der SR den Spieler darauf hinweisen soll, die Uhr anzuhalten.
...das ist bekannt, wurde auch weiter oben schonmal erwähnt.
Gruß, Peter

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Eckart
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Re: Anweisungen

Beitrag von Eckart » 09.02.2009, 15:03

hoppepit hat geschrieben:
thomas.soergel hat geschrieben:...hierzu steht unter 9.5, dass der SR den Spieler darauf hinweisen soll, die Uhr anzuhalten.
...das ist bekannt, wurde auch weiter oben schonmal erwähnt.
Ob es auch dem Schiedsrichter in Berlin bekannt war?

Der Tegernseer Darstellung meine ich entnehmen zu können, dass es (wieder einmal) darum ging, ob das Wörtchen "shall" in der englischen Fassung von Art. 9.5 Ausdruck einer Soll-Vorschrift oder einer Muss-Vorschrift ist. Dieser Streit ist schon lange zugunsten "Muss" entschieden, wie es auch in der deutschen Übersetzung zum Ausdruck kommt.

Wenn es aber so gewesen sein sollte - das ist jetzt ganz bewusst im Konjunktiv formuliert -, dass Tegernsee aus diesem Grund der Aufforderung, die Uhr anzuhalten, nicht nachgekommen ist, dann haben die Tegernseer sich maßlos ungeschickt verhalten.

Georg Heinze
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Beitrag von Georg Heinze » 09.02.2009, 18:53

thomas.soergel hat Folgendes geschrieben:
...hierzu steht unter 9.5, dass der SR den Spieler darauf hinweisen soll, die Uhr anzuhalten
.
Ich will zu dem Vorfall nichts weiter sagen, weil mir einfach exakte Details fehlen.
Aber wenn man einen FIDE-Artikel zitiert (gilt natürlich auch sonst), sollte man ihn auch exakt zitieren. Da ist es eben ein kleiner, aber feiner Unterschied ob da "soll" oder "muss" steht. Nähere Erläuterungen sind wohl nicht nötig.

hoppepit
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Beitrag von hoppepit » 09.02.2009, 19:09

Georg Heinze hat geschrieben:Nähere Erläuterungen sind wohl nicht nötig.
Nee! Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!
Gruß, Peter

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Beitrag von Eckart » 09.02.2009, 20:05

Georg Heinze hat geschrieben:thomas.soergel hat Folgendes geschrieben:
...hierzu steht unter 9.5, dass der SR den Spieler darauf hinweisen soll, die Uhr anzuhalten
.
Ich will zu dem Vorfall nichts weiter sagen, weil mir einfach exakte Details fehlen.
Aber wenn man einen FIDE-Artikel zitiert (gilt natürlich auch sonst), sollte man ihn auch exakt zitieren. Da ist es eben ein kleiner, aber feiner Unterschied ob da "soll" oder "muss" steht. Nähere Erläuterungen sind wohl nicht nötig.
thomas.soergel hat keinen FIDE-Artikel zitiert, sondern die Regelauslegung zu diesem Artikel mit eigenen Worten wiedergegeben.

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Beitrag von hoppepit » 09.02.2009, 20:26

Nochmal zur Verdeutlichung, bin nämlich gerade durch die letzten Postings etwas verunsichert:

Regelauslegung Art. 9.5 SRK:
Wendet sich der am Zug befindliche Spieler in der eindeutigen Absicht, Remis zu reklamieren, an den SR, ohne zuvor die Uhren angehalten zu haben, weist der SR den Spieler auf dieses Erfordernis hin. Falls der Spieler daraufhin die Uhren anhält, prüft der SR, ob der geltend gemachte Anspruch berechtigt ist.
Dazu aus dem Vorwort:
Die Auslegungshinweise richten sich an die Schiedsrichter des DSB. Bei offiziellen Turnierveranstaltungen und Meisterschaften des DSB sind sie, soweit nicht als Empfehlung ausdrücklich gekennzeichnet, für diese verbindlich.
Folglich hätte der SR vor Ort den Spieler auf das Erfordernis des Uhranhaltens hinweisen müssen!

Soweit sind wir und doch einig, oder?

Kleine Randbemerkung:
Ich habe in der 1. und 2. BL schon erlebt, daß Spieler nicht wissen, wie man die DGT XL startet bzw. anhält! Da muss man dann als SR schonmal helfen.
Gruß, Peter

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Beitrag von Eckart » 10.02.2009, 15:14

hoppepit hat geschrieben:Folglich hätte der SR vor Ort den Spieler auf das Erfordernis des Uhranhaltens hinweisen müssen!

Soweit sind wir und doch einig, oder?
Im Ergebnis ja - obwohl die Schiedsrichterkommission keine Rechtsetzungsbefugnis hat, der Schiedsrichter ist als "Richter" allein an das Gesetz gebunden, trotzdem schließe ich mich in dieser Frage - wie in den meisten anderen auch - der Auslegung der Schiedsrichterkommission uneingeschränkt an.
hoppepit hat geschrieben:Kleine Randbemerkung:
Ich habe in der 1. und 2. BL schon erlebt, daß Spieler nicht wissen, wie man die DGT XL startet bzw. anhält! Da muss man dann als SR schonmal helfen.
Ich pflege mich vor dem Mannschaftskampf kundig zu machen, ob die Spieler der Gastmannschaft im Umgang mit elektronischen Uhren im allgemeinen und im speziellen mit dem verwendeten Modell vertraut sind. Häufig sind sie es nicht. Dann erläutere ich diese Punkte im Rahmen der Begrüßung und Verkündung der Mannschaftsaufstellungen etc.

dfuchs
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Beitrag von dfuchs » 10.02.2009, 16:53

Aus der Satzung des Deutschen Schachbundes ergibt sich eine gewisse Weisungsbefugnis der Schiedsrichterkommission für Turniere auf Bundesebene:
Satzung des DSB hat geschrieben: (3) Die Schiedsrichterkommission ist auf Bundesebene zuständig für:
1. die Überwachung der einheitlichen Regelauslegung,
...
Gruß Daniel

Georg Heinze
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Beitrag von Georg Heinze » 10.02.2009, 17:58

(3) Die Schiedsrichterkommission ist auf Bundesebene zuständig für:
1. die Überwachung der einheitlichen Regelauslegung,
...
Dazu 2 Bemerkungen:
1. Überwachung wäre genau zu definieren und
2. "einheitliche" Regelauslegung
Es ist m.E. damit nicht gemeint, dass eine FIDE-Regel eigenmächtig interpretiert wird und darüber gewacht wird, dass die Einhaltung dieser Interpretation überwacht wird.
Ich möchte mir an dieser Stelle ersparen, das nochmals zu nenen, was schon oft genug in den verschiedensten Treads nachzulesen ist. Nur ein Beispiel:
das Ergebnis des Gegners legt der SR fest
. Betr. Handyklingeln.

dfuchs
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Beitrag von dfuchs » 10.02.2009, 18:24

1. Die Regelung mit dem Handklingeln wird nun präzisiert werden.
2. Hat die Schiedsrichterkommission nie einen offiziellen Auslegungshinweis dazu gebracht. Im Gegensatz zu dem genannten Beispiel im Remisantrag mit Uhr anhalten.
3. Was genau soll sonst mit einheitlicher Regelauslegung überwachen gemeint sein, als Vorgaben zu geben, wie die Regeln auszulegen sind?
4. Gelten diese Auslegungshinweise auch nur für Schiedsrichter, die ein vom DSB veranstaltest oder überwachtes Turnier leiten. Was in den Landesverbänden oder bei Open passiert, darauf hat die SRK keinen (oder nur geringen) Einfluss.

Gruß Daniel

Georg Heinze
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Beitrag von Georg Heinze » 10.02.2009, 18:36

Ein paar Bemerkungen noch dazu:
Zu 1. find ich gut.
Zu 2. gut, das war nicht die SR-Kommission, aber deren Chef
Zu 3. ich habe davon geschrieben, wie es nicht sein soll / darf
Zu 4. Die SR-Kommission kann sich nicht um alle und alles kümmern.
Um so wichtiger wäre eine kompetente FIDE-Regel-Kommentierung von einem dafür autorisierten Gremium.
Ich persönlich finde deshalb die vom Int. SR Markus Keller kommentierten FIDE-Regeln als sehr hilfreich.
Auch die Regelhinweise hier beim SRK oder z.B. die vom leider verstorbenen Willy Knebel verfassten Kommentare zu Regelanfragen sind sehr nützlich.
Auch hier im SRK-Forum gibt es ja eine Unmasse Tipps und Meinungen, die aber eben nur subjektiven Charakter haben.
Ergo: leider muss man sich das alles mühsam zusammensuchen.

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Beitrag von Eckart » 22.02.2009, 20:50

Dem Tegernseer Protest wurde nun - für mich nicht überraschend - stattgegeben:

http://www.schachbundesliga.de/news/vie ... icleID=151

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Beitrag von hoppepit » 22.02.2009, 21:51

Eckart hat geschrieben:Dem Tegernseer Protest wurde nun - für mich nicht überraschend - stattgegeben.
...sehe ich auch so, damit hat die Partie am "grünen Tisch" doch noch ihr sportlich faires Ergebnis erhalten!
Gruß, Peter

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Beitrag von Stingray » 22.02.2009, 22:29

Und nur zur Komplettierung der Betrachtung der zentrale Absatz aus der Urteilsbegründung (zu finden unter Punkt 11):
Das weitere Reklamationserfordernis gem. Artikel 9.5, die Uhr anzuhalten, hatte S nicht erfüllt. Dies kann ihm jedoch nicht zum Nachteil gereichen.

Werner
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Beitrag von Werner » 06.03.2009, 14:45

Diesen Satz sollte man aber nicht aus dem Zusammenhang reißen und damit den Eindruck erwecken, dass es niemals erforderlich sei, die Uhren anzuhalten.

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